2,7 Mio. Dollar und alle finden es okay. Man ist doch mit Krimis, TV-Serien, Terror-Entführungen groß geworden und was war immer die pädagogische Message – man lässt sich nie auf die Forderungen der Erpresser ein. Diese Regel gilt wohl nun wirklich nur noch im Kino, um den “Mel Gibsons” der Actions-Zunft auch ein Feindbild zu geben.
Seit die Piraterei am Horn von Afrika zum Geschäft stilisiert wurde, toleriert die Öffentlichkeit das Entführen, das Freikaufen und die mediale Inszenierung. Ein paar Politker verlauten am Rande, man möge doch nicht auf die Forderungen eingehen, diese schauen wohl noch zu viel fern.
Wenn das kein Anreiz ist, dieses einträgliche Geschäftsmodell auf andere Gewässer zu exportieren. Warum nicht am Sonntagnachmittag schnell mal ein Floß auf der Isar entführen, das Lösegeld kann dann auch entspannt vom Ufer übergeben werden und schnell über die Donau, Schwarzes Meer, Mittelmeer, Suezkanal nach Somalia und eine Party schmeißen. Natürlich begeleitet von einem Kamera-Team.



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Auch hier hat die Reederei bezahlt, ein Wirtschaftsunternehmen und ein Arbeitgeber, und nicht der Staat – ein großer Unterschied im Hinblick auf Rechtfertigungsdruck und Erpressbarkeit…
“was war immer die pädagogische Message – man lässt sich nie auf die Forderungen der Erpresser ein”
In irgendeinem von Entführungen recht gebeutelten Land – ich glaub in Kolumbien – ist oder war es sogar gesetzlich verboten, Lösegeld zu zahlen. Ich bezweifle aber, daß das die Opfer oder deren Angehörige wirklich davon abgehalten hat.
“Warum nicht am Sonntagnachmittag schnell mal ein Floß auf der Isar entführen”
Weil die meisten Fahrgäste darauf viel zu besoffen sind, um den Ernst der Lage mitzukriegen. Bis du denen das erklärt und die Telephonnummern der Freikauf-willigen Angehörigen rausbekommen hast, hast du längst entnervt aufgegeben.
Du könntest allerdings versuchen, das bei der nächsten Wiesn auf der Wildwasserbahn zu machen. Dort könnte sich das Problem allerdings in ähnlicher Weise stellen.
da stellt sich die Frage, ob die Piraten sich Gedanken machen, woher das Geld kommt – für sie ist es unerheblich, steckt ein Staat dahinter oder ein Unternehmen, Hauptsache sie haben Erfolg. Es gibt nur 2 Möglichkeiten dies zu beenden – keiner bezahlt mehr und man muss ein paar Schiffe & Menschen opfern oder man schafft es Somalia wieder eine Rechtsordnung und Perspektive für die Bewohner zu schaffen.
@Thomas: Herzlich willkommen im earthTV-Blog! Dass Lösegeld irgendwo verboten ist/war, habe ich zwar noch nie gehört, klingt aber durchaus nachvollziehbar – dass das die Angehörigen nicht interessiert, kann ich mir allerdings auch gut vorstellen.
Das ist ein schwieriges Thema, bei dem es leider keine “perfekte” Lösung gibt…
yepp, bin für den funktionierenden staat somalia ;-) bis dahin allerdings gibt es zB im aktuellen amnesty journal einen schwerpunkt zu failing/failed states…
Wenn man das liest, kann man ja schon die nächsten See- und Landpiraten-Nester ausmachen :-). Globalisierung pass auf……
ich kann es ja gar nicht fassen, bei diesem blog werden nun google ads für isar floßfahrten angezeigt! marcus, hast du die gekauft, damit du mehr opfer bekommst für deine entführungen?
ja – so funktioniert das Web, man setzt seine Angeln dort, wo die Fische schwimmen, insbesonder beissen eben Süßwasserfische……